
Geschrieben von:
peru.travel
Monday, March 29, 2021
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Das Öffnen der Türen eines Altarbildes aus Ayacucho führt uns zu den Traditionen und Bräuchen der Andenwelt. Wenn man sich die kleinen handgefertigten Stücke und die Details genau ansieht, ist man mit jedem Volksfest, jeder religiösen Veranstaltung oder jedem historischen Ereignis verbunden und fühlt sich als Teil davon. Jedes Altarbild ist mit großer ästhetischer Qualität gearbeitet, was jedes Altarbild ebenso einzigartig wie authentisch macht.
Zum kulturellen Nationalerbe erklärt, ist es einer der bedeutendsten Ausdrucksformen der peruanischen Kunst und eine alte Andentradition, die auch heute noch lebendig ist. Obwohl der Ursprung auf die Zeit der Kolonie mit der Ankunft der Spanier zurückgeht, welche tragbare Kapellen und Krippen - so genannte "belenes" - mitbrachten, waren es Handwerker aus Ayacucho, die sich die Techniken des Modellierens und der Plastik zu eigen machten und dieses kulturelle Erbe fortführten.

Kredit: Enrique Castro-Mendívil / PromPerú.
Die Entstehung einer Kunstform
Das Altarbild hat seine Anfänge in den alten Holzschatullen, den "Cajas de San Marcos", welche Heiligenfiguren enthielten und von den spanischen Priestern bei ihrem Evangelisierungsprozess der Andenvölker Verwendung fanden. Ebenso setzte man diese zur Fürsorge von Häusern und Reisenden ein, die sie mit sich führten.
Im Laufe der Zeit wich diese magisch-religiöse Welt der Wiedergabe von Szenen aus dem täglichen Leben. Dies ging so weit, dass die Kunsthandwerker von Ayacucho in den 1940er-Jahren mit der Herstellung von Altarstücken begannen, die neue Themen wie die Feste des Schutzpatrons, traditionelle Tänze, Hahnenkämpfe, Stierkämpfe und patriotische Veranstaltungen u.v.m. enthielten, welche zunehmend an Bedeutung gewannen. Diese neuen Ausdrucksformen zeichneten sich durch ihren ästhetischen Wert und nicht länger durch ihren rituellen Charakter aus.
Einer der größten Förderer dieser Tendenz war der aus Ayacucho stammende Künstler Joaquin Lopez Antay (1897-1981), der sich schon in sehr jungen Jahren der Herausforderung stellte, neue Objekte zu fertigen, die schließlich zu wahren Kunstwerken wurden. Seit seinem Werk waren die Kostüm-Szenen Teil des Themenschwerpunktes der Kästchen (cajones), und so wurden die Originalvorlagen zu einem Gütesiegel der nationalen Identität.

Kredit: Alex Bryce / PromPerú
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